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Der Verein Sachsenberg

Der Verein wurde in der Zeit der DDR-politischen Wende 1991 als „Förderverein Freundeskreis Sachsenberg“ für die damalige Bezirksnervenklinik Schwerin gegründet. Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit standen zunächst die Renovierung der maroden Bausubstanz der Klinik und die Verbesserung der Situation der hier lebenden psychisch kranken Menschen.

Der Unterstützung durch diesen gemeinnützigen Verein ist es mit zu verdanken, dass die seit Jahrzehnten nicht renovierten Gebäude nach damals neuestem Standard saniert werden konnten. Aus Sälen wurden ansprechende Krankenzimmer. Hinzu kamen eine große Ergo- und Arbeitstherapieabteilung, es wurde eine kombinierte Sport- und Schwimmhalle für die Patienten errichtet und die Reittherapie auf dem weitläufigen Gelände etabliert. Die Straßen wurden gepflastert, nicht mehr benötigte alte Baracken und Garagen abgerissen und die Strom- und Wasserleitungen neu verlegt. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie bekam ein großes Außen-Spielgelände sowie eine moderne Schule im alten Gemäuer. Im ehemaligen Wasserturm, der für die „Großherzogliche Irrenheil- und Pflegeanstalt“ eine für das 19. Jahrhundert moderne Wasserversorgung garantiert hatte, die bis zum Anschluß an die Schweriner Wasserleitung in den Jahren um 1965 funktionierte, wurden ein Patientencafe (das auch von ehemaligen Patienten betrieben wird), Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige, ein kleines Museum über die Geschichte der Sachsenberg- Psychiatrie und auf dem Dach eine der ersten Solaranlagen zur alternativen Stromerzeugung in MV installiert.

Inzwischen arbeitet der Verein als Freundeskreis Sachsenberg vorwiegend in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung aktueller Projekte der Patienten und Mitarbeiter zum Wohle psychisch Kranker. Er kümmert sich aber auch Rettung und Sicherung erhaltenswerter Objekte wie dem ehemaligen Anstaltsfriedhof, der wissenschaftlichen Bibliothek und dem Archiv historischer Krankenblattunterlagen. Inzwischen ist die Umlagerung wesentlicher Teile des Akten-Altbestandes in das Staatsarchiv erfolgt. Das Klinik-Museum sowie das Patientencafe blieben weiterhin im Blick des Vereins. Schülergruppen wurden Führungen angeboten, um auch an den Schulen das Wissen von den Vorgängen in der Klinik wachzuhalten. Geplant ist auch die Unterstützung der historischen Aufarbeitung der Geschehnisse in der Klinik in der Wendezeit.

Inzwischen hatte sich die Struktur der Klinik durch Fusion der Nervenklinik mit dem somatisch orientierten großen Klinikum verändert, durch Chefarztwechsel und geänderten Kliniknamen des psychiatrischen Bereichs: „Carl-Friedrich-Flemming-Klinik“, um sich im vereinigten Klinikum von den somatischen Abteilungen abzugrenzen.

Im Jahr 2006 weckte der neue Ärztliche Direktor mit neuen von ihm mitgetragenen Ideen den Verein aus seinem Dornröschenschlaf. Wir sind jetzt ein, als gemeinnütziger Verein eingetragener, „Freundeskreis Sachsenberg“, der sich aus ehemaligen und ständigen Mitarbeitern der „Carl-Friedrich- Flemming-Klinik“ und interessierten Fachleuten und Laien zusammensetzt. Wir treffen uns zu regelmäßigen Mitgliederversammlungen einmal im Jahr. Der vierköpfige Vorstand ist an Arbeitstagen in der Klinik oder per e-mail auch kurzfristig erreichbar und tagt mindestens einmal vierteljährlich.

Unser bekanntestes Projekt war bisher wahrscheinlich im Jahr 2007 die Errichtung eines ansprechenden Mahnmals für die Opfer der Euthanasie an unheilbar Kranken während der Nazizeit in der Schweriner Nervenklinik.

document image Mahnmal für die Opfer der Euthanasie an unheilbar Kranken
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